Inklusion als Schlüssel zur Zukunft bei Disney

Inklusion als Schlüssel zur Zukunft bei Disney

DIVERSITY & INKLUSION

Inklusion als Schlüssel zur Zukunft
bei Disney

Florian (RainbowMickeyRunner), Hamburg

13. April 2021

Disney integriert das Thema Inklusion zukünftig noch stärker in die Unternehmensphilosophie. Wie dies genau geschieht und welche Veränderungen bereits stattgefunden haben, erfahrt Ihr in diesem Beitrag!

Als Walt Disney am 17. Juli 1955 sein erstes Disneyland in Anaheim, Kalifornien eröffnete, sprach er zur Eröffnung den fast schon legendären Satz:

„To all who come to this happy place: Welcome.“
(„Ein Willkommen allen, die diesen fröhlichen Ort besuchen!“)

Und es gibt wohl kaum einen Disney-Fan oder -Cast Member, dem dieses Zitat nicht schon einmal im Laufe seines Lebens über den Weg gelaufen ist.

Nichtsdestotrotz gab es im Laufe der Geschichte der Disney-Filme und auch -Themenparks immer wieder Darstellungen oder Attraktionen, die diesem Grundsatz nicht immer folgten und leider nur allzu oft den Vorwurf von Rassismus nach sich zogen. Zu nennen wäre hier beispielhaft die Verharmlosung von Sklavenarbeit, die u.a. bei Dumbo wiederzufinden ist, aber auch etablierte, rassistische Stereotypen, die sich in den Siamkatzen bei Susi & Strolch erkennen lassen, die fast schon klischeehaft durch Schlitzaugen, große Schneidezähne, gelbe Fellfarbe und vollkommen identisches Aussehen dargestellt werden.

Im Laufe der vergangenen Jahre ist man sich seitens Disney dieser Probleme jedoch mehr und mehr bewusst geworden und versucht inzwischen sensibler damit umzugehen. Dazu gehören z.B. Hinweise auf Disney+ , die darauf aufmerksam machen, dass der nachfolgende Film negative Darstellungen und/oder eine nicht korrekte Behandlung von Menschen oder Kulturen“ enthält. Man setzt also in diesem Fall ganz klar auf Aufklärung anstatt diese Werke komplett zu entfernen, was ich persönlich sehr begrüßenswert finde. Denn nur so können wir tatsächlich aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und zukünftig sensibler und bewusster miteinander umgehen.

Doch damit nicht genug. Auch in den Disney Parks macht dieser Prozess nicht halt. Und so nimmt man sich einzelner Attraktionen wie z.B. der Jungle Cruise oder dem allseits beliebten Splash Mountain an und trägt durch Umthematisierungen – bei Letzterem soll die Wasserbahn zukünftig dem Film Küss den Frosch gewidmet sein – dazu bei, dass sich wirklich alle Menschen ungeachtet von ethnischer Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Religion, Staatsangehörigkeit, sexueller Ausrichtung oder sozialer Herkunft – in den Disney Parks auf der ganzen Welt willkommen, gesehen und angenommen fühlen. 

© Disney

Doch Disney geht sogar noch einen Schritt weiter und integriert das Thema Inklusion direkt in das Herz der eigenen Unternehmenskultur. Und zwar durch die Einführung eines sogenannten fünften Inklusions-Schlüssels, der die bisherigen 4 Schlüssel bestehend aus Sicherheit, Höflichkeit, Show und Effizienz ergänzen wird. Sie stellen dabei für Disney traditionell so etwas wie Grundwerte und Prinzipien dar, welche sämtliche Handlungen und Aktivitäten innerhalb des Unternehmens bestimmen und allesamt dazu beitragen sollen, sowohl in der Interaktion untereinander als auch gegenüber den Gästen stets das bestmögliche Gesamtergebnis bzw. -erlebnis zu erzielen.

Für diesen Veränderungsprozess rief man bereits im Jahr 2019 seitens der Konzernführung dazu auf, Ideen einzureichen, wie man nicht nur für das interne Miteinander sondern auch für die Kommunikation nach außen eine stärkere Form der Zugehörigkeit und des Gesehenwerdens erreichen könnte.

Der dabei neu entwickelte Inklusions-Schlüssel bildet deshalb zukünftig das Herzstück der Fünf Schlüssel und dient in Kombination mit den restlichen vier nicht nur als Gradmesser dafür, wie mit den Gästen und untereinander kommuniziert wird, sondern auch, welche Erlebnisse und Produkte kreiert werden und um zu entscheiden, welchen Weg das Unternehmen in der weiteren Zukunft einschlagen wird.

Und bereits jetzt spürt man, dass sich Disney dem Thema Inklusion tatsächlich sehr gewissenhaft und umfassend annimmt:

So hat man begonnen, für die Cast Member in den Disney Parks die bisher ziemlich strengen Vorschriften zu lockern, was z.B. Frisuren, Schmuck und sogar kleine sichtbare Tattoos angeht. So soll den vielfältigen, individuellen Kulturen und Persönlichkeiten der einzelnen Personen an ihren jeweiligen Arbeitsplätzen zukünftig mehr Platz eingeräumt werden.

Darüber hinaus hat man sich auch an die sprachliche Kommunikation gewagt und wird inzwischen sowohl im Tokyo Disney Resort als auch im Hongkong Disneyland als Gast nicht mehr mit „Ladies & Gentlemen, boys & girls…“, sondern schlicht mit „Hello everyone“ begrüßt! So einfach geht im Jahr 2021 gendergerechte Sprache, würde ich sagen.

Außerdem werden in den kommenden Jahren die Themen Diversität & Vielfalt sicher auch noch einmal einen großen Einfluss auf die Stoffwahl zukünftiger Filme und Serienformate haben, wie wir dies bereits an Soul, Raya und der letzte Drache oder auch an den Disney+ Originals Love, Victor und Big Sky gesehen haben.

Und zu guter Letzt könnte dies natürlich auch bedeuten, dass wir in Zukunft noch mit viel mehr kunterbuntem Disney Rainbow Merchandise rechnen dürfen als dies bisher der Fall war. Schließlich wirft langsam aber sicher der diesjährige Pride-Month im Juni seine Schatten voraus und wie jetzt bekannt wurde, wird die diesjährige Rainbow Disney Collection früher als sonst bereits am 3. Mai 2021 in den amerikanischen shopDisney kommen. Das Besondere daran: In diesem Jahr soll es nicht nur regenbogenbunte Artikel mit Mickey & seinen Freunden geben, sondern auch die Helden der Franchises rund um Marvel und Star Wars sollen mit eigenen Produkten vertreten sein, um wirklich für jeden Disney-Fan das passende bereitzuhalten!

© Disney

Seien wir also gespannt, wie Disney in den kommenden Jahren die sich stetig weiterentwickelnden Veränderungen innerhalb unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens mehr und mehr in ihre Unternehmensphilosophie integrieren wird, um für jeden Disney-Fan auch weiterhin ein Quelle der Freude und der Inspiration zu sein und im Falle der Disney Parks tatsächlich ein magischer Ort für ALLE zu werden.

Ich freue mich auf jeden Fall darauf! Ihr auch?

Euer RainbowMickeyRunner 

Florian

runDisney Virtual Series 2021 feiert Disney’s Der König der Löwen

runDisney Virtual Series 2021 feiert Disney’s Der König der Löwen

DISNEY RUNNING

runDisney Virtual Series 2021

feiert Disney’s Der König der Löwen

Florian (RainbowMickeyRunner), Hamburg

5. April 2021

Die runDisney Virtual Series begeistert nun schon seit 6 Jahren die laufbegeisterte Disney-Fans. Und glücklicherweise müssen wir auch 2021 nicht auf dieses Event verzichten. In diesem Beitrag erfahrt Ihr deshalb von mir, was die Virtual Series genau ist, könnt einen ersten Blick auf die Medaillen werfen und lernt vor allem, wie Ihr teilnehmen könnt!

Seit Beginn der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr haben es runDisney, seine Events und deren Fans immer noch reichlich schwer. Laufevents wie früher in den Parks inklusive Character-Stopps, Photopass-Fotografen und einer riesigen Menge an enthusiatischen Disney-Läufern in den fantasievollsten Kostümen scheinen immer noch in weiter Ferne. Und nachdem das Disneyland Paris bereits sein Event im September dieses Jahres erneut verschoben hat, scheint es auch im Walt Disney World in Orlando frühestens im Herbst 2021, wenn nicht sogar erst 2022 wieder soweit zu sein, bis man die „richtigen“ runDisney-Läufe wieder zum Leben erweckt.

Nachdem man seit dem Disney Wine & Dine Half Marathon Weekend 2020 dazu übergegangen ist, die großen Veranstaltungen, die eigentlich in Orlando stattfinden, zu virtuellen Läufen umzuwidmen, bei denen man die jeweiligen Strecken daheim absolviert und erst im Nachhinein Medaillen und ggf. Shirts zugeschickt bekommt, war es um die eigentlich jedes Jahr im Sommer stattfindende runDisney Virtual Series erstaunlich still. Bis heute, denn nun hat runDisney tatsächlich endlich im wahrsten Sinne des Wortes „die Katze aus dem Sack gelassen“ und das sicher von vielen lang ersehnte Update zu diesem allseits beliebten Format geliefert.

© runDisney

Diesen Sommer wird es majestätisch…

Denn für die runDisney-Läufe im Juni, Juli & August hat man sich tatsächlich kein Geringeres von Disney’s Meisterwerken als Der König der Löwen als Thema für die runDisney Virtual Series 2021 ausgewählt! Dabei feiert jede der drei 5km-Distanzen, die es zu absolvieren gilt, eine andere Form des Stoffes um Simba, seinen bösen Onkel Scar oder die lustigen Zeitgenossen Pumbaa & Timon. So gibt es jeweils eine Medaille inspiriert durch den zeitlosen Klassiker aus dem Jahr 1994, das Musical, welches 1997 seine Uraufführung am Broadway feierte sowie die computeranimierte Neuverfilmung aus dem Jahr 2019. Und für diejenigen unter Euch, die sich zutrauen, gleich das volle Programm auf sich zu nehmen, auf den wartet am Ende sogar noch eine Challenge-Medaiille!  

© runDisney
© runDisney
© runDisney
© runDisney

Rahmenbedingungen & Registrierung

Das Schöne an der runDisney Virtual Series ist – wie oben bereits geschrieben, dass Ihr diese direkt vor Eurer Haustür machen könnt. runDisney stellt Euch dafür alles zur Verfügung, was Ihr braucht: Startnummern und Kilometer-Marken zum Ausdrucken, eine passende Playlist für den nötigen musikalischen Motivationsschub & Jungle-Vibe und natürlich gibt es im Anschluss auch für jeden eine Urkunde mit Eurer Zielzeit.

Die Medaillen werden dann zumeist Anfang September versandt, sodass man leider nicht direkt im Anschluss an seinen Lauf für ein Erinnerungsfoto posieren kann. Aber trotzdem ist es – zumindest für mich – immer ein ganz besonderes Gefühl, wenn der Postbote klingelt und man die fleißig erlaufenen Trophäen endlich in den Händen hält. Preislich liegt ein einzelnen Lauf übrigens bei $40,-  wohingegen die gesamte Challenge $145,- kostet. Dazu kommen jeweils noch Steuern und Gebühren. 

Die Registrierung für die runDisney Virtual Series 2021 startet denn auch schon recht bald, nämlich bereits am kommenden Donnerstag, den 8. April um 16Uhr deutscher Zeit unter folgendem Link! Und ich empfehle Euch tatsächlich, diesen Termin fest im Kalender zu notieren, solltet Ihr an einer Teilnahme interessiert sein, denn nicht selten war es in den vergangenen Jahren so, dass die Startplätze limitiert und alles relativ schnell ausverkauft war. Und so, wie ich die ersten Reaktionen in den sozialen Medien wahrnehme, wird sicher auch dieses Jahr der Run auf die Registrierungen wieder enorm hoch sein!

Allerdings gibt es noch etwas für deutsche Disney-Enthusiasten zu beachten, was den Versand der Medaillen angeht! Darauf gehe ich im Folgenden noch einmal genauer ein! Also lest unbedingt weiter!

Quelle: Screenshot (www.magipark.com)

Eigentlich wohl nur für Läufer mit einer US-Adresse…

Bis zum Jahr 2019 gab es von runDisney immer eine spezielle Möglichkeit für internationale Laufbegeisterte, an der Virtual Series teilzunehmen. Mit der 2020er Edition hat man dies leider eingestellt und so ist leider auch in diesem Jahr damit zu rechnen, dass man sich als deutschsprachige*r Teilnehmer*in die Medaillen nicht direkt nach Hause schicken lassen kann! 

Allerdings gibt es hierzu gute Nachrichten: Denn dank Paketweiterleitungsservices wie Shipito, MyUS.com, FedEx CrossBorder & Borderlinx ist es auch für deutsche Disney-Läufer ganz einfach, sich quasi eine US-Postadresse zu besorgen, um dann von dort, wenn Euer runDisney-Paket eingetroffen ist, Eure Medaillen direkt zu Euch nach Hause schicken zu lassen.

Ich habe dabei jetzt schon mehrmals den Service von Shipito in Anspruch genommen, z.B. für den letztjährigen Virtual Wine & Dine Half Marathon und war damit immer sehr zufrieden. Alles lief reibungslos und meistens hielt ich innerhalb von nur ein paar Tagen die Medaillen bereits in den Händen. Ihr solltet nur bedenken, dass bei der Weiterleitung nach Deutschland natürlich zusätzliche Kosten für Porto sowie Zoll und Einfuhrabgaben hinzukommen! Wen das aber nicht stört, der kann so wirklich vollkommen problemlos an den Läufen teilnehmen. Eine genaue Anleitung, wie Ihr Euch für einen Paketweiterleitungsservice anmeldet, habe ich am Beispiel von Shipito auch schon einmal in einem früheren Beitrag erläutert, den Ihr hier findet!

© runDisney

Vielleicht eine schöne Alternative in diesen Zeiten?

Ihr seht also… auch wenn wir uns mit „richtigen“ runDisney-Events noch ein klein wenig gedulden müssen, gibt es zumindest für die nächsten Monate einen kleinen Lichtblick, was das Laufen im Disney-Style angeht.

Natürlich ist es schade, dass wir deutschen Disney-Laufenthusiasten wahrscheinlich wieder einmal einen kleinen Umweg gehen müssen, um an der runDisney Virtual Series 2021 teilzunehmen und dadurch ein klein wenig tiefer in die Tasche greifen müssen. Nichtsdestotrotz gibt dieses Format hoffentlich dem*r einen oder anderen von Euch ein klein wenig Motivation, mit dem Laufen weiter am Ball zu bleiben. Denn – eines steht für mich eindeutig fest: Der nächste Lauf in einem Disney Park – ob nun Orlando oder Paris – kommt bestimmt und allein dafür lohnt es sich doch, weiterzutrainieren und nicht aufzugeben, oder?

Aber natürlich interessiert mich auch, ob das von runDisney gewählte Thema rund um Der König der Löwen für Euch attraktiv genug für eine Anmeldung ist. Deshalb die Frage: Seid Ihr mit dabei? Dann hinterlasst doch gerne einen Kommentar unter diesem Beitrag oder tretet gerne auch unserer deutschsprachigen Lauf-Community auf Facebook bei, damit wir uns gegenseitig motivieren und anfeuern können! Wir freuen uns wirklich über jeden, der zu uns kommt, ob nun blutiger Anfänger, regelmäßiger Hobbyläufer oder auch Profi! Alle sind bei uns herzlich willkommen!

Für heute wünsche ich Euch nun wie immer noch einen schönen Tag, weiterhin gute Läufe und verbleibe bis zum nächsten Mal mit einem kräftigen „Hakuna Matata“

Euer RainbowMickeyRunner

Florian

Raya und der letzte Drache – Wegweisend in vielerlei Hinsicht!

Raya und der letzte Drache – Wegweisend in vielerlei Hinsicht!

LGBTQ+

Raya und der letzte Drache

Wegweisend in vielerlei Hinsicht!

Florian (RainbowMickeyRunner), Hamburg

11. März 2021

Seit 5. März ist Disneys neuester Animationsstreifen auf Disney+ als VIP-Zugang verfügbar. Ich habe mir den Film einmal genauer für Euch angeschaut und beleuchte in diesem Beitrag, warum wir durch ihn einer zukünftigen queeren Hauptfigur in einem Disney-Zeichentrickfilm vielleicht ein ganzes Stück näher gekommen sein könnten.

© Disney

Spätestens seit Vaiana im Jahr 2016 und Die Eiskönigin II vor gerade einmal zwei Jahren wissen wir: es tut sich was im Hause Disney, wenn es darum geht, veraltete Geschlechterrollen und traditionalistischer Erzählweisen abzulegen, die im 21. Jahrhundert einfach nicht mehr zeitgemäß erscheinen. Genug von den althergebrachten Geschichten, in denen die Männer die Helden und die Frauen das schmückende Beiwerk sind, die eigentlich nur zwei Aufgaben besitzen: gut auszusehen und sich in eine so missliche Lage zu bringen haben, dass sie vom vermeintlich „starken Geschlecht“ schlußendlich gerettet werden können.

All dies bietet Raya und der letzte Drache – der 59. abendfüllende Animationsfilm aus der Schmiede der Walt Disney Animation Studios – nicht. Dafür wartet er mit reichlich Frauenpower, einer wahre Pracht an farbgewaltigen Landschaften sowie atemberaubenden Action-Szenen auf, von denen einige durchaus auch einem Marvel-Film entspringen könnten. Und – auch das muss an dieser Stelle erwähnt werden – zum ersten Mal in der Geschichte des Unternehmens steht eine Heldin der südostasiatischen Kultur im Mittelpunkt der Handlung. Als ob das nicht schon innovativ genug wäre, könnte der Film möglicherweise auch noch durch eine weitere Besonderheit bahnbrechend sein… denn durch seine unkonventionelle Darstellung von Weiblichkeit in den unterschiedlichsten Formen scheint es tatsächlich gar nicht mehr so ein weiter Weg hin zur ersten offen queeren Hauptfigur in einem Disney-Zeichentrickfilm zu sein.

Wie ich zu dieser Annahme komme? Die amerikanische Schauspielerin Kelly Marie Tran, die der namensgebenden Titelheldin im englischen Original ihre Stimme leiht, ging in einem Interview mit der Vanity Fair so weit, dass wir es bereits jetzt im Falle von Raya offensichtlicher als je zuvor mit einer queeren Hauptfigur in einem Disney-Animationsfilm zu tun haben. Eine Schlüsselszene für diese These stellt für sie dabei ein Aufeinandertreffen zwischen Raya und ihrer Erzfeindin Namaari dar, bei dem sie ihrer Rivalin mit einem verschmitzten „Hallo, Prinzessin Undercut“ entgegentritt. Und tatsächlich klingt diese Begrüßung eher neckend und kokettierend als aggressiv und zum Kampfe ansetzend.

© Disney

Rayas Gegenspielerin Namaari ist denn zugleich auch ein schönes Beispiel dafür, wie vielschichtig und auch unkonventionell die Repräsentation von Frauen in Disney-Filmen bereits heute ist. Mit ihrer athletischen Statur, dem asymmetrischen, fast schon burschikosen Haarschnitt sowie ihrem Mut, ihrer Zielstrebigkeit und Kampfeslust haben wir es bei ihr tatsächlich mit einem Charakter zu tun, der wohl mehr als je zuvor mit den klassischen Attributen von weiblichen Disney-Figuren bricht. Vor allem für junge Menschen der LGBTQ+ Community finde ich dies nicht nur erfreulich, sondern geradezu essentiell wichtig, finden sie sich in dieser nonkonformistischen Darstellung von Weiblichkeit wahrscheinlich eher wieder als in den Vorgängerinnen bisheriger Animationsfilme aus dem kalifornischen Burbank.

Und wenngleich Kelly Marie Tran im Rahmen des Interviews noch einmal explizit darauf hinweist, dass ihre Interpretation von Raya nicht unbedingt der offiziellen Idee von Disney entspricht, scheint es doch mehr als augenscheinlich zu sein, dass Raya und der letzte Drache eine spannende Weiterentwicklung dessen darstellt, was wir schon seit Anfang der 1990er Jahre beobachten: starke und tatsächlich geradezu emanzipierte Frauenfiguren als Titelheldinnen, die sich auch ohne männliche Hilfe zurecht finden. Sie übernehmen nicht nur für sich selber, sondern auch für ihre Heimat und ihre Mitmenschen Verantwortung und versuchen aller Widerstände und früheren Verletzungen zum Trotz die Fehler vorangegangener Generationen wiedergutzumachen.

© Chiara Hammerer

Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass auch die deutsche Stimme von Raya, Christina Ann Zalamea (auf YouTube besser bekannt als Hello Chrissy) der Lesart ihrer amerikanischen Kollegin durchaus etwas abgewinnen kann. Nachgefragt, wie sie das Verhältnis zwischen der von ihr gesprochenen Titelheldin und Namaari beschreiben würde und ob auch sie bei der Synchronisation des Films ein gewisses Knistern zwischen den beiden Protagonistinnen wahrgenommen habe, sagt sie:

„Darüber habe ich tatsächlich nicht nachgedacht und auch wenn Disney nicht die Intention einer Anspielung hatte, finde ich persönlich die Ansicht von Kelly Marie Tran echt schön! Auf jeden Fall haben die beiden Figuren eine starke emotionale Verbindung und ihre Schicksale sind miteinander verflochten. Auch wenn Ihre Feindschaft aufgrund der Loyalität zu ihren unterschiedlichen Völkern und der Verrat erstmal im Vordergrund stehen, zeigt Raya dadurch, dass sie Namaaris Drachenbrosche in Ehren hält, dass sie die Hoffnung in die Verbindung, die sie für einen Tag hatten, all die Jahre nicht aufgegeben hat.

Und… soviel sei für alle verraten, die den Film noch nicht geschaut haben: Der Drachenbrosche kommt im Laufe der Geschichte eine ziemlich zentrale Bedeutung zu und zeigt für Christina deshalb nicht zuletzt, „dass auch Namaari eine tieferliegende positive Verbindung zu Raya verspürt“.

© Disney

Selbstverständlich wäre es wünschenswert, dass Disney in Zukunft auch einmal den Mut beweist, tatsächlich eine offen queere Figur in den Mittelpunkt eines Filmes zu stellen. Dennoch zeigt auch Raya und der letzte Drache bereits wunderbar auf, in welche Richtung sich die Animationssparte bei Disney in punkto Diversität und emanzipierten Frauenrollen in den kommenden Jahren noch weiter entwickeln kann.

Zuletzt bleibt es natürlich jeder/m Zuschauer*in selber überlassen, wie er das Verhältnis von Raya und Namaari zueinander deutet, doch vielleicht kommt es am Ende auch gar nicht so sehr darauf an. Im Mittelpunkt des Films steht ja eben gerade nicht die Suche nach Liebe, sondern vielmehr, wie wir wieder lernen können, einander zu vertrauen und uns gemeinsam eine bessere Zukunft aufzubauen. Und weil ich glaube, dass genau diese Kernbotschaft von Raya und der letzte Drache in unserer aktuellen Situation aktueller und wichtiger als je zuvor ist, kann ich Euch allen den neuesten Animationsfilm aus dem Hause Disney nur wärmstens ans Herz legen.

Möge er durch seine vielschichtigen Figuren, seine Wertevorstellungen von Harmonie, Vertrauen und Zusammenhalt sowie den Glauben an eine bessere Zukunft ein weiterer Schritt in Richtung eines vielfältigeren und zeitgemäßeren Disney-Universums sein, in dem sich Menschen jedweder ethnischer oder sozialer Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Religion oder sexueller Orientierung gesehen, akzeptiert und repräsentiert fühlen können.

In diesem Sinne: Weiter so, Disney! – und an Euch Leser*innen: Auf bald! 

Euer RainbowMickeyRunner

Florian

Disney+ STAR aus Sicht eines queeren Disney-Bloggers

Disney+ STAR aus Sicht eines queeren Disney-Bloggers

LGBTQ+

Disney+ STAR aus Sicht
eines queeren Disney-Bloggers

Florian (RainbowMickeyRunner), Hamburg

28. Februar 2021

Seit dieser Woche hat die Streaming-Plattform Disney+ mit STAR einen zusätzlichen Bereich erhalten. Erfreulicherweise hat sich dadurch auch einiges in punkto Diversität und LGBTQ+ Repräsentation getan! Ich nehme das Ganze für Euch einmal genauer unter die Lupe!

Neben den Geschichten aus dem Hause Disney, Pixar, Star Wars, Marvel und National Geographic hat mit STAR nun auch das große Film- und Serienangebot von 21st Century Fox auf Disney+ sein eigenes zu Hause und möchte damit vor allem ältere Jugendliche und Erwachsene ansprechen. Doch was hat dieser neue Bereich an Gender & Diversity zu bieten? In diesem Artikel stelle ich Euch fünf Serien, Filme und Originals vor, die Ihr aus meiner Sicht als queerem Disney-Blogger auf keinen Fall verpassen solltet!

© Disney

Love, Victor

Den Anfang macht natürlich direkt das Spin-Off zum überaus erfolgreichen Kinofilm Love, Simon aus dem Jahr 2018, auf den ich mich persönlich am meisten gefreut habe. Wie bereits der Film spielt auch Love, Victor an der Creekwood High School in Atlanta, Georgia. Als Hauptfigur steht jedoch der puerto-ricanische Schüler Victor Salazar im Mittelpunkt, der gerade erst mit seiner streng katholischen Familie aus Texas in die Stadt gezogen und mitten in der eigenen Findungsphase steckt, was seine sexuelle Orientierung angeht. Als er am ersten Schultag an seiner neuen Schule auf den attraktiven (und offen schwulen) Mitschüler Benji trifft, fahren seine Gefühle direkt Achterbahn und er sucht über Social Media Rat bei Simon Spiers, der ähnliches bereits im Kinofilm durchlebt hat. Ob es für Victor und Benji ein Happy End geben wird? Seien wir gespannt!

Obwohl bisher erst drei Folgen auf STAR verfügbar sind, haben mir diese bereits sehr gefallen und ich bin gespannt, welche Richtung die Serie noch einschlagen wird und vor allem, welche Herausforderungen Victor noch meistern muss. Jeder, der auf Coming-of-Age-Serien steht, kommt bei diesem Disney+ Original sicher voll und ganz auf seine Kosten – sowohl in Bezug auf Besetzung als auch in punkto Storyline. Und offen gestanden wundert es mich auch gar nicht, dass man in den USA bereits an einer zweiten Staffel arbeitet! Schaut also auf jeden Fall mal rein!

© ABC

Big Sky

Das zweite neue Disney+ Original schlägt direkt einen ganz anderen, eher düsteren und auch brutaleren Ton an und zeigt aus meiner Sicht gut, inwiefern STAR vor allem Unterhaltung für ein älteres Publikum bieten möchte. Mit seinem Thriller-Drama-Format ist Big Sky bereits ab der ersten Episode definitiv nichts für zarte Gemüter und hat mich schon nach wenigen Minuten echt gepackt. Doch auch bezüglich Diversität gibt es hier etwas Spannendes zu berichten, denn mit Jessie James Keitel hat man für die Rolle der Jerrie Kennedy die erste non-binäre Person für den Hauptcast einer Serie zur besten Sendezeit verpflichtet – ein echtes Novum in diesem Bereich!

Spannend ist dabei auch, dass Keitel zunächst zögerte, für die Serie vorzusprechen, da sier Zweifel daran hatte, ob es überhaupt möglich sei, in einem solchen Format einen transgender Charakter adäquat darzustellen. Nachdem sier die Rolle jedoch tatsächlich angeboten bekam, setzte sier sich vor Beginn der Dreharbeiten noch einmal mit den Autor*innen und Produzent*innen zusammen, um Jerrie Kennedy so anzulegen und verändern, dass sie die derzeitige Lebensrealität queerer Personen bestmöglich widerspiegelt. Und eins kann ich Euch auch jetzt schon verraten: Jerrie spielt bereits in der ersten Folge eine ziemlich zentrale Rolle! Also, wenn Ihr es actionreich und spannend mögt, dann könnte diese Serie definitiv was für Euch sein!

    © ABC Family

    The Fosters

    Die dritte Serie, die ich Euch ans Herzen legen möchte, lief ab 2014 in Deutschland bereits im Disney Channel, ist jedoch jetzt mit Einführung von STAR zum allerersten Mal mit allen fünf Staffeln auch komplett auf Deutsch verfügbar. Es handelt sich um die US-amerikanische Fernsehserie The Fosters, die mit der Polizistin Stef und ihrer Lebensgefährtin, der stellvertretenden Schulleiterin Lena Foster, ein lesbisches Paar als Hauptfiguren hat. Die beiden leben zusammen mit Stefs leiblichem Sohn Brandon sowie ihren Adoptivkindern Jesus und Mariana in San Diego, Kalifornien. Als die beiden sich entschließen, auch noch die Pflegekinder Callie und Jude bei sich aufzunehmen, wird das Leben der Patchwork-Familie gehörig auf den Kopf gestellt. Noch dazu muss Stef auf der Arbeit wieder enger mit ihrem Ex-Mann und Brandons biologischem Vater Mike zusammenarbeiten. Ob das gut gehen kann…?

    Diese Serien kann ich mir sehr gut für Liebhaber von früherer Serien wie Gilmore Girls, Full House oder Modern Family vorstellen! Was die Show – die übrigens von keiner geringeren als Jennifer Lopez produziert wurde – für mich dabei auszeichnet, ist, wie unverkrampft und normal mit den Themen LGBTQ+ und Familienleben umgegangen wird. Natürlich wird dies durchaus immer mal wieder angesprochen, allerdings sieht man dabei auch sehr gut, dass homosexuelle Paare teilweise eben genau die gleichen Probleme und Konflikte haben, wie heterosexuelle auch und sich deshalb nicht wirklich voneinander unterschieden. Und bei über 100 Episoden hat man hier auch reichlich Serienstoff, um den manchmal ja doch etwas tristen Pandemiealltag etwas erträglicher und unterhaltsamer zu gestalten.

      © FOX

      Glee

      Bei dieser Serien habe ich mich während des Schreibens tatsächlich gefragt, ob sie überhaupt noch irgendeiner Erläuterung oder Vorstellung bedarf, denn gibt es im Jahr 2021 noch Leute, die nichts von Glee gehört haben? Das kann ich mir eigentlich fast gar nicht vorstellen! Als die Serie vor gut zehn Jahren bei uns in Deutschland an den Start ging, konnte ich es Woche um Woche kaum abwarten bis die neueste Folge rund um Mr. Schue, Coach Sylvester, Rachel, Finn, Kurt, Santana, Mercedes und Co. verfügbar war.

      Das Besondere und Einzigartige dabei war für mich als langjährigem Musical-Liebhaber wohl tatsächlich das Format, bei dem jede Episode unter einem anderen musikalischen Motto stand und sich stets wie ein kleines Mini-Musical anfühlte. (Das führte übrigens auch dazu, dass Woche um Woche auch meine digitale Musik-Bibliothek wuchs und wuchs.) Und trotz dieses auf den ersten Blick eher unterhaltenden Charakters, schaffte es die Serie dennoch immer wieder, auch gesellschaftlich relevante Themen wie Diversität, Mobbing und Sexualität in die Handlung zu integrieren und hat mich dadurch das ein oder andere auch sehr zum Nachdenken gebracht.

      Was mich aber jetzt mit dem Release auf STAR am meisten freut ist der Fakt, dass ich auch diese Serie nun endlich komplett auf Deutsch zu Ende schauen kann. Leider gab es nämlich lange Zeit die letzten beiden Staffeln (5 & 6) nur im englischen Originalton, was dann – zumindest bei mir – dazu führte, dass ich ein wenig das Interesse verlor und die Show eigentlich nie wirklich zu Ende geschaut habe. Umso mehr freut es mich deshalb jetzt, dass ich dank STAR noch einmal voll und ganz ins Glee-Universum eintauchen kann und hoffe, dass ich vielleicht auch der/dem einen oder anderen von Euch ebenfalls dazu animiere, (noch) einmal in die glitzernde Welt der Show-Chöre einzutauchen!

      © 20th Century Fox

      Boys Don’t Cry

      Als Letztes möchte ich Euch noch auf einen Film aufmerksam machen, der bereits 1999 in die amerikanischen Kinos kam, aber trotz seines Alters aus meiner Sicht auch heute noch überaus sehenswert, aber eben auch ziemlich erschütternd ist: Boys Don’t Cry

      Der Film erzählt die wahre Geschichte des jungen Transmanns Brandon Teenas, der zwar als Teena Renae Brandon geboren wird, sich aber trotz seines weiblichen Körpers bereits in jungen Jahren als Mann identifiziert. Lange Zeit kann Brandon dank Kurzhaarfrisur und passender Kleidung sein biologisches Geschlecht vor seinen Mitmenschen verbergen und findet in den Ex-Sträflingen John und Tom sogar so etwas wie echte Freunde. In ihrer Gesellschaft fühlt sich Brandon zum ersten Mal wirklich als Mann akzeptiert und angenommen und die drei ziehen zusammen in die beschauliche Kleinstadt Falls City in Nebraska. Als er sich jedoch in die junge Frau Lana verliebt und John und Tom erfahren, dass Brandon einen weiblichen Körper hat, kommt es zu einer folgenschweren Katastrophe, die er schließlich mit dem Leben bezahlt.

      Als die Regisseurin Regisseurin Kimberly Peirce während ihres Studiums das erste Mal über diesen Kriminalfall las, war sie so bewegt davon, dass sie als Diplomarbeit zunächst einen Dokumentarfilm darüber drehte. Das dafür zusammengestellte Archivmaterial bildete dann die Grundlage für das spätere Drehbuch des Spielfilms. Die größte Herausforderung der Regisseurin war dabei, den passenden Hauptdarsteller zu finden. Peirce hatte hierfür zunächst auch echte Transmänner und lesbische Frauen in Betracht gezogen, das Rennen machte schließlich jedoch Hillary Swank, für die der Film 1999 zu einem Karrierehöhepunkt wurde, indem sie noch im selben Jahr den Golden Globe und einige Monate später sogar noch den Oscar als Beste Hauptdarstellerin erhielt.

      Der Film zeigt aus meiner Sicht sehr eindrücklich auf, wie schwer es für transgender Personen sein kann, sich ihrem Umfeld zu offenbaren und ihre wahre Identität offen auszuleben, da sie auch bis heute noch häufig in großer Gefahr durch Hass und Gewalt leben. Gleichzeitig hoffe ich aber ebenso, dass der Film auch heute noch dazu anregt, dass hetero- wie homosexuelle Zuschauer verstehen, wie wichtig es für Transgender ist, dass wir ihnen offen und verständnisvoll entgegentreten und dass jeder von uns, egal welcher sexuelle Orientierung, Hautfarbe oder ethnischen Herkunft man auch sei, ein Recht auf Respekt und Gleichberechtigung hat. Nur so können wir aus meiner Sicht auch in Zukunft gemeinsam eine moderne und offene Gesellschaft bleiben und zusammen für die Sicherheit jedes einzelnen sorgen.

      Ich hoffe sehr, dass ich Euch mit meiner kleinen Auswahl an Inhalten auf STAR durch die LGBTQ+ Brille ein klein wenig inspirieren konnte, bei dem ein oder anderen Format einmal genauer hinzusehen, was die Themen Gender & Diversity angeht! Selbstverständlich gibt es hier – sogar auch auf Disney+ selber – noch viel mehr zu entdecken, sei es in Serien wie High School Musical: Das Musical: Die Serie, dem SparkShorts-Kurzfilm Out oder auch den Disney Channel-Formaten Story of Andi oder The Lodge. Ich persönlich finde es gut und auch erfreulich, wie divers das Film- und Serienangebot von Disney im Jahre 2021 bereits ist, wenngleich es natürlich gerne auch noch mehr werden darf und durchaus auch das ein oder andere noch fehlt. Dennoch bin ich gespannt, was uns noch an weiteren Neuheiten in den nächsten Jahren erwarten wird.

      Wie sieht es denn bei Euch aus? Gibt es für Euch besondere Inhalte auf STAR – ob nun mit LGBTQ+ Kontext oder ohne, die Ihr bereits jetzt ins Herz geschlossen habt? Dann erzählt mir doch gerne einmal davon in den Kommentaren, denn auch ich lasse mich immer wieder noch gerne für Neues inspirieren und begeistern!

      

Für heute sende ich Euch liebe Grüße und vor allem: Bleibt gesund!

      Euer RainbowMickeyRunner

      Florian

      Ein Disneyland-Besuch der musikalischen Art…

      Ein Disneyland-Besuch der musikalischen Art…

      CD-TIPP & REZENSION

      Ein Disneyland-Besuch der musikalischen Art…

      Florian (RainbowMickeyRunner), Hamburg

      27. Januar 2021

      Musik und Disney, das gehört zwangsläufig zusammen! Und wenn es ein Album gibt, das definitiv in keiner Musikbibliothek eines echten Disney Parks-Fan fehlen sollte, um die Sehnsucht bis zum nächsten Besuch zu stillen, dann wohl das Disneyland-Album der Walt Disney Records: The Legacy Collection! Ihr wollt wissen wieso? Dann lest auf jeden Fall weiter!

      © Disney Parks Blog

      2021 bleibt, was die Disney Parks angeht, kompliziert. Gerade erst hat das Disneyland Paris bekannt gegeben, dass die eigentlich für Februar geplante Wiedereröffnung auf April verschoben wird. Wie es in den Parks in Hongkong und vor allem Anaheim weitergeht, steht bis heute in den Sternen. Und schaut man sich in den sozialen Medien um, so scheint sowohl der Frust über die langen Schließungen als auch die Sehnsucht nach einem nächsten Besuch von Tag zu Tag zuzunehmen.

      Grund genug für mich, Euch in diesem Beitrag mit Walt Disney Records The Legacy Collection: Disneyland ein Musikalbum vorzustellen, mit dem Ihr zumindest in Gedanken ein wenig durch das älteste aller Disney Resorts reisen könnt. Und da natürlich auch „unser“ europäisches Pendant in Paris maßgeblich von diesem Ursprungspark in Anaheim, Kalifornien beeinflusst wurde, finden sich hier auch Musikstücke zu zahlreichen Attraktionen oder Örtlichkeiten wieder, die Euch sicher auch als regelmäßiger Disneyland Paris-Besucher ein Lächeln ins Gesicht zaubern werden.

      © Walt Disney Records
      © Walt Disney Records

      Doch was hat es eigentlich genau mit der Legacy Collection auf sich? Diese von Walt Disney Records produzierte Sammlung wurde zwischen 2014 und 2018 veröffentlicht und feiert verschiedene Jubiläen zahlreicher Disneyklassiker wie Cinderella, Mary Poppins oder König der Löwen. Und da im Jahr 2015 auch das Disneyland Resort seinen 60. Geburtstag feierte, ließ es sich Disneys hauseigenes Label natürlich nicht nehmen, zu diesem besonderen Ereignis auch ein spezielles DisneylandAlbum zu produzieren. So verwundert es auch nicht, dass das 3-CD Set direkt mit der Eröffnungsrede Walt Disneys aus dem Jahre 1955 beginnt, bevor wir auf eine musikalische Reise durch den gesamten Disneyland Park, aber natürlich auch durch das 2001 neu dazugekommene Disney California Adventure geführt werden. Die Stückauswahl ist dabei so angeordnet, dass Ihr mithilfe eines Parkplans tatsächlich einen musikalischen Rundgang durch das gesamte Resort machen könnt.

      © Disney Parks Blog
      © Disney Parks Blog

      Das Schöne dabei: Im Rahmen dieser musikalischen Reise merkt man direkt, wie vielfältig Disneys Musikuniversum ist: Mit Married Life aus dem Pixar-Film Oben werdet Ihr direkt auf die Main Street U.S.A. entführt. Zum Tarzan Medley schwingt Ihr Euch in die luftigen Höhen von Tarzan’s Treehouse im Adventureland. Lasst Euch danach von den Grim Grinning Ghosts des Haunted Mansions im Frontierland das Gruseln lehren. Dreht mit der Drehorgel-Version von Once Upon a Dream gedanklich eine Runde mit King Arthur’s Carrousel im Fantasyland. Und erfahrt im Carrousel of Progress im Tomorrowland durch den Disney-Klassiker There’s a Great, Big, Beautiful Tomorrow, wie sich Walt Disney und seine Imagineers zu ihrer Zeit die Welt von Morgen vorstellten.

      Doch damit nicht genug, schließlich wartet auch im Disney California Adventure Park noch einiges an musikalischen Abenteuern auf Euch! Schlendert mithilfe von Suitcase and a Dream die Buena Vista Street hinunter. Begebt Euch auf eine etwas ungewöhnliche Fahrstuhlfahrt im Twilight Zone Tower of Terror. Entdeckt bei einem Flug mit Soarin’ Over California die atemberaubenden Landschaften dieses unglaublich vielfältigen amerikanischen Bundestaates oder versetzt Euch dank des Songs Midway Mania direkt an das Ufer des Pixar Piers.

      Und auch wenn einige dieser Attraktionen durch die Avengers Campus-Erweiterung schon nicht mehr existieren oder – wie im Falle der Achterbahn California Screamin’, die inzwischen zum Incredicoaster geworden ist – umthematisiert wurden, gibt es dennoch zahlreiche Titel auf diesem Album zu entdecken, die uns als Hörer*in immer wieder aufs Neue bewusst machen, was für eine enorme Bedeutung Musik sowohl für die Atmosphäre bei einem Disney Park-Besuch als auch für die emotionale Verbindung der Besucher*innen zu Figuren, Attraktionen und Geschichten hat!

      © Disney Parks Blog
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      Neigt sich Euer imaginärer Parktag schließlich so langsam aber sicher dem Ende entgegen, so warten als Abschluss des fast vierstündigen Albums noch zwei ganz besondere Musiktitel auf Euch. Neben zahlreichen kompletten Attraktionsmusiken wie it’s a small world, The Little Mermaid – Ariel’s Undersea Adventure oder Radiator Spring Racers haben es nämlich auch The Main Street Electrical Parade sowie – für mich ein echter Gänsehautmoment – der gesamten Soundtrack zur inzwischen wohl schon legendären Abendshow Fantasmic! mit in die Songauswahl geschafft. Ich garantiere Euch: selbst wenn man sie nur akustisch erlebt, entfaltet sich beim Anhören der Show wahrlich die volle Ladung Disney-Magie!

      Und solltet Ihr nun tatsächlich Lust bekommen haben, direkt in die musikalische Welt der Disney Parks eintauchen zu wollen, dann hört doch direkt einmal in das Album hinein! Dieses findet Ihr auf allen gängigen Streaming-Plattformen wie Apple Music, Spotify & Amazon Music. (Aber natürlich gibt es darüber hinaus für alle, die gerne etwas in Händen halten, auch eine richtige CD-Version inklusive hochwertig gestaltetem Booklet zu kaufen.)

      Ich hoffe, dass dieser imaginäre Aufenthalt bei Mickey und seinen Freunden Euch die Wartezeit bis zur Wiedereröffnung von Disneyland Paris ein klein wenig verkürzt. Wenn Ihr mögt, dann hinterlasst mir doch gerne auch einen Kommentar, welcher Titel des Albums Euch am Besten gefällt! 

      Kommt ansonsten weiterhin alle gut durch diese herausfordernde Zeit, bleibt gesund und hoffentlich auf ganz bald!

      Euer RainbowMickeyRunner

      Florian